Verein der Militärmotorfahrer in den Kantonen OW, NW und UR

Spezialübung

Voller Erwartung rückten an diesem Samstagmorgen bei besten Wetterverhältnissen die Teilnehmer ein. Was hat das OK für diesen Tag geplant, war doch in der Ausschreibung wenig aus den Zeilen zu lesen.

Nach der Begrüssung durch Herbert wurden 2-Team gebildet und jedes Team erhielt ein Handout mit Karte, Notfallkarte und Anleitung. Es galt in einem vorgegeben Zeitrahmen mit dem Fahrzeug ohne Kaffeepause, aber mit Fahrerwechsel einen definierten Ort anzufahren und dort auf weitere Anweisungen zu warten. Also, Fahrzeug übernehmen, Motor starten und ab auf die Fahrstrecke. Nach einer Verschiebung von gut 90 Kilometer über den Brünig erreichten wir den Ort Faulensee. Ab der Dorfmitte galt es, anhand eines Bilderkrokis das Ziel zu finden.

Weg von der Kantonsstrasse auf eine 3. Klass-Strasse, die über Land zu einem stillgelegten Bahnhof der BLS führte. Unser Ehrenpräsident war schon vor Ort und die Fahrzeuge mussten eng an die am Boden befestigten Hindernisse gefahren werden. Zum Bahntrassee waren es bloss ein paar Meter und daher war Vorsicht am Platze, den schon bald rauschte ein ICE mit Tempo durch.

Mit dem Befehl in der Hand und wiederum anhand eines Bilderkrokis ging es zu Fuss weiter an einen nächsten Zielort. Nach dem Eintreffen aller Fahrer wurde durch das OK ein weiteres Geheimnis gelüftet. Wer weiss, dass in Faulensee umfangreiche Artilleriestellungen sind und diese so nicht sichtbar sind, da in Scheunen oder ähnlichen Gebäuden versteckt? Niemand der Anwesenden.

Max, der ortskundige Führer übernahm nun die Teilnehmer und nach einer kurzen Begrüssung und Geländeorientierung ging es in einen Theoriesaal in eine, eben dieser Scheunen. Nach einer interessanten und mit Berner-Oberländer gespickten Humor ging es in die Tiefe. Unglaublich, was in den Kriegsjahren alles für Stellungen gebaut und betrieben wurden. Alle Stellungen hier sind durch schmale Gänge verbunden und leicht erreichbar. Wenn man bedenkt, dass schon im Jahr 1943 ein 10,5cm Geschoss bloss eine Minute nach Abschuss und Flugdistanz von 21 Kilometer auf ein Ziel eines Fussballfeldes geschossen werden konnte, wirklich eindrücklich. Und wenn dann die Wirkung nicht genügend war, wurde von den umliegenden Stellungen mit weiteren Geschossen unterstützt. Geschossen wurde hier zwar nie im scharfen Schuss, aber man war bereit, nicht wie heute.

Nach einer gut zweistündigen Führung unter Boden und bei 12 Grad Raumtemperatur waren alle froh, wieder an der Sonne zu sein. Der Stiftungspräsident hatte in der Zwischenzeit Militärkäseschnitten vorbereitet, diese brutzelten im heissen Öl. Diese konnten wir draussen an einem Tisch geniessen. Nach drei Stück, einem feinen Salat, und zum Dessert einer Cremeschnitte, waren alle mehr als satt. Ein abschliessendes Kaffee und schon mussten wir wieder zurück zu den Fahrzeugen.

Gemäss Befehl ging es dann via Thun, Glaubenbergpass und Entlebuch zurück nach Rothenburg. Bei der Übungsbesprechung waren die Teilnehmer des Lobes voll und mit einem grossen Applaus wurde dieser Tag dem OK Herbert und Toni verdankt.

Dies weckt schon heute das Interesse für die Spezialübung 2027. Lassen wir uns überraschen.

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Abbildung: VBS/DDPS - Thomas Cunz CC BY-NC-ND 3.0 CH