Strada Nora 2010

07.08.2010 - 08.08.2010

Am Freitag um 19.00 Uhr war im Logistikcenter Rothenburg der Treffpunkt für die diesjährige Strada-Nora. (Nachtfahrausbildung) Zehn Personen wollten sich diesen Event nicht entgehen lassen und nach einer kurzer Besprechung sowie einer Info über den ersten Teil der Übung konnten wir unsere Fahrzeuge übernehmen. Um 19.30 Uhr ging es dann richtig los. Auf der Autobahn fuhren wir via Sempach, Zofingen bis Oensingen. Dananch ab der Autobahnabfahrt weiter nach Balstal, Welschenrohr bis nach Gäns-brunnen und von dort weiter bis nach Court. Es wurde dabei bereits dunkler und spannender mit einem schönen Sonnenuntergang. Von Court stieg die Strasse steil an. Es war eine sehr anspruchvolle Strecke wie von der Übungsleitung angekündigt und nicht ganz einfach zu befahren. Zum Glück kann nur ein Pw von oben entgegen, da die möglichen Kreuzungen eher rar waren. Bis um 23.00 Uhr waren alle am Ziel -im unteren Grenchenberg - auf 1350 Meter, unfallfrei eingetroffen. Nach dem Bezug des Nachtlagers (Massenlager, hoffentlich wird hier nicht zuviel geschnarcht…) konnten wir uns über die wohlverdiente und schon zubereitete kalte Platte mit verschiedenen Fleisch- und Käsesorten hermachen. Mit einem vollen Magen gingen die ersten Kameraden schon bald schlafen. Die Nacht war erstaunlich ruhig und am nächsten Morgen gab es ab 7.00 Uhr ein sehr feines Frühstück.

 

Dann, nach dem obligaten Marschparkdienst ab 8.00 Uhr war dann die Abfahrt, Richtung? Nun, das OK nannte nur den Zielort, aber nicht warum und was es denn dort Speziell zu sehen geben sollte. Also, den Berg runter nach Grenchen und danach nach Studen, dem neuen Zielort. Um 10.00 Uhr war der Fahrzeugtreffpunkt in Studen bei der Kiesgrube. Nun ich hatte schon manche Kiesgrube gesehen, aber was sollte hier nun Besonderes sein? Also Fahrzeuge aufkolonieren wie im Militär 100erte Male gemacht und abwarten. 

 

Ein altes Postauto stand bereit und schon bald konnte uns Sämi Heuer, der Eigentümer der Kiesgrube begrüssen. Sämi ist ein ehemaliger Fliegeroberst, der nun die wirklich alle in der Fliegerei kennt und bei Versteigerungen immer einen Sonderstatus bei der Auswahl der Objekte hat. Er begrüsste uns herzlich und erklärte uns was wir hier zu sehen bekommen sollten. Nun waren wir erst recht gespannt. Zuerst sahen wir uns einen Film an. (wurde bereits auf SF und RTL gezeigt). Sehr interessant und dieser widerspiegelte eigentlich alles was wir bald zu sehen bekommen sollten. Nach dem Film stiegen wir ins bereitgestellte Oldtimer-Postauto (FBW) und fuhren einen steilen Hang in der Kiesgrube hoch. Wir hörte während der Fahrt schon einen lauten Motor mit einem leichten Pfeifen und zu unserer grossen Überraschung sahen wir einen Panzer 61, der dort mit einer grossen Staubwolke hinterher ziehend, durch die Kiesgrube fuhr. Oben in der Kiesgrube angekommen verliessen wir dann schnell das Postauto um den Panzer zu bestaunen. Da kamen doch noch alte Erinnerungen aus der Militärzeit hoch. Für uns gab es nun zuerst einen kleinen Apèro. Dann plötzlich hielt der Panzer bei uns. Sämi (wir durften ihn von Beginn weg beim Vornamen nennen), rief dann die erste Gruppe auf den Panzer, später dann die Zweite. (fast schon im militärische Befehlston.. smile). Alle diese Fahrzeuge werden in Frondienstarbeit in Schwung gehalten und auch die Fahrer sind ehemalige Panzerfahrer der Schweizer Armee.  "Fest halten" und dann fuhr der gelernte Panzerfahrer mit uns eine spezielle Strecke ab. War das mega toll! Ein unglaubliches Erlebnis für uns alle und natürlich mit Foto!

 

Danach ging es mit dem Postauto wieder Richtung Tal. Unten angekommen sahen wir schon, dass die erste Halle des Privatmuseums geöffnet war. Innen standen ehemalige Militärflugzeuge, wie eine Mirage, Aufklärer) Hunter MKIII, Alouette 3 (wurde direkt von der Versteigerung in die Kiesgrube geflogen!) und eine Vampire. In der nächsten Halle konnten wir noch andere Panzer wie Centurion, G13 bestaunen und auch „unser Panzer 61“ stand schon wieder dort. Zudem war früher der Gotthard auch im Winter offen, aber nur dank dem Militär. Die Schneefräse von damals stand ebenfalls dort. Nachdem die Gemeinde Andermatt diese Arbeiten übernehmen sollte, blieb der Gotthardpass im Winter geschlossen. Da die Nachkommen von Samuel Heuer kein Interesse an all dem Militärzeug haben, hat er diese Gegenstände heute schon dem Verkehrshaus der Schweiz versprochen. Zum guten Glück so bleiben diese Raritäten der Nachwelt erhalten.

 

Zudem hat Sämi in den letzten Jahres Raritäten von alten Fahrzeugen wie ein Jaguar Typ E (lange Schnauze, 12 Zylinder) einen Ferrari, (interessante Geschichte dahinter warum dieser nun hier steht) ein Bentley und ein Volvo Sondermodell gesammelt.(Gehörte übrigens einmal Marcel Ospel, was diese sich alles leisten können…) Leider war schon Mittag geworden und es gab einen "Spatz aus der Gamelle". War das Lecker. Nach Kaffee und Cremeschnitte konnten wir noch die grosse Saurer-Ausstellung besichtigen. Jedes Fahrzeug wurde bis ins letzte Detail renoviert und ist zudem fahrtüchtig. Auch ein Prototyp des PUCH stand dort, aber aus der Hand von Monteverdi.

 

Fast zu schnell ging die Zeit bei angeregter Diskussion vorbei und um 13.00 Uhr war schon wieder der Aufbruch in Richtung Biel und dann auf die Autobahn zurück nach Rothenburg. Um 16.00 Uhr trafen wir dort ein und betanken und reinigten die Fahrzeuge. Nach einer kurzen Besprechung war das Strada-Nora 2010 leider schon wieder zu Ende. Herbert und Martin, vielen Dank an Euch für die super Organisation. Fast nicht zu überbieten!

 

Der Verfasser

Daniel Stucky

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